Seit über
20 Jahren versuchen Bio-Bauern auf der Mittleren Alb, inzwischen zusammengeschlossen
in der Öko-Erzeugergemeinschaft „Alb-Leisa“,
den traditionellen Linsenanbau wiederzubeleben.
Mittlerweile ist die Alblinse bei Slow
Food ein Klassiker in der
Arche des Geschmacks.
Doch sie hatte bisher einen Schönheitsfehler:
Die ursprünglichen Linsensorten waren verschollen.
2006 wurden aufgrund von Recherchen von Klaus Lang (privater Nutzpflanzensammler
in Wolfegg) und Klaus Amler (Ökonsult GmbH, Stuttgart) die beiden
traditionellen Sorten, „Alblinse 1“ und „Alblinse 2“,
die von dem Pflanzenzüchter Fritz Späth in Haigerloch in den
1930er/40er Jahren gezüchtet wurden und bis in die 50er-Jahre auf
der Schwäbischen Alb angebaut worden sind, in der Sammlung genetischer
Ressourcen des Wawilow-Instituts in St. Petersburg (unter der Bezeichnung
„Spaths Alblinse 1“ und „Spaths Alpenlinse“) entdeckt.
2007 wurden sie in Deutschland erstmals von Klaus Lang vermehrt.
Im gleichen Jahr reisten - angeregt und organisiert von Klaus Amler -
zehn Linsenanbauer von der Alb und drei Repräsentanten von Slow
Food Deutschland nach St. Petersburg, wo sie sich im Rahmen einer
feierlichen Zeremonie für das große Engagement der russischen
Wissenschaftler bedankten, unseren verloren geglaubten Alblinsen Asyl
gewährt zu haben.
Heute kümmern sich am Wawilow-Institut 900 Menschen um Saatgut von
etwa 330 000 Pflanzen, daruter knapp 10 000 Kartoffelsorten und fast 3
000 Linsenherkünfte. Die Öko-Erzeugergemeinschaft „Alb-Leisa“
und Slow Food unterstützen das Wawilow-Institut in St. Petersburg
in seiner Arbeit zur Erhaltung von weltweit nicht mehr vorhandenen und
gefährdeten Nutzpflanzen.
Die Späth´schen
Alblinsen werden seit 2008 in einem Gemeinschaftsprojekt der Hochschule
Nürtingen (HfWU) und der Öko-EZG "Alb-Leisa"
vermehrt. Sie können hoffentlich in 4-5 Jahren den Linsenliebhabern
als besonderer Genuss angeboten werden.
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